Alles was man wissen muss, um Augenarzt zu werden

Wie werde ich zum Facharzt für Augenheilkunde?

Lesedauer: 5 min.

Spielst Du mit dem Gedanken, Deinen Facharzt im Gebiet der Augenheilkunde zu absolvieren?

In diesem Artikel findest Du alle relevanten Informationen für Deinen Weg als Facharzt für Augenheilkunde.

Du erhältst einen Überblick über das Tätigkeitsfeld, die Unterschiede der Weiterbildungsordnungen der einzelnen Ärztekammern sowie das Gehalt als Facharzt für Augenheilkunde.

Gerne beraten wir Dich individuell, ob die Weiterbildung zu Dir passt und welche Stellen für Deine Weiterbildungsziele zur Verfügung stehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Gehalt

  • Logbuch

  • Facharztprüfung

  • Passt die Weiterbildung zu mir?

  • Stellenangebote Augenheilkunde

Überblick Facharztausbildung Augenheilkunde

Das Gebiet der Augenheilkunde, in der Fachsprache auch Ophthalmologie genannt, befasst sich mit Unfällen oder Erkrankungen rund um das Auge.

Der Ophthalmologe befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation der anatomischen und funktionellen Veränderungen des Sehorgans und seiner Adnexe. Dabei kümmert er sich auch um die Optometrie und um plastisch-rekonstruktive Operationen in der Periorbitalregion.

Neben einer Augenentzündung zählen zu den häufigsten Krankheitsbildern Katarakt (grauer Star), Glaukom (grüner Star), Netzhautablösungen und Lidrandentzündungen.

Das Fachgebiet der Augenheilkunde gilt als eines der innovativsten. Das liegt vor allem an den heutzutage hochentwickelten technischen Behandlungsmethoden. Zu diesen zählen bspw. Refraktion, Simulations- und Aggravationsproben und Ophthalmoskopie.

Die Weiterbildungs-Voraussetzungen zum Facharzt Augenheilkunde

Um die Weiterbildung im Bereich der Augenheilkunde beginnen zu können, muss ein abgeschlossenes Medizinstudium vorliegen.

Mit dem Erhalt der Approbation beginnt die Zeit als Assistenzarzt, in der wir uns in einem Teilbereich der Medizin weiterbilden und spezialisieren.

Wir absolvieren unsere Facharztausbildung – zum Beispiel im Gebiet der Augenheilkunde. Am Ende dieser mehrjährigen Ausbildung erlangt man den Facharzttitel.

Weiterbildungsinhalte Augenheilkunde

Übergreifende Inhalte der Facharzt-Weiterbildung Augenheilkunde:

  • Wesentliche Gesetze, Verordnungen und Richtlinien
  • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung einschließlich formulargebundener Gutachten, z. B. augenärztliche Führerscheingutachten
  • Infiltrations- und Regionalanästhesien, davon
    • subkonjunktivale, parabulbäre oder retrobulbäre Anästhesien
  • Grundlagen der Ergo-, Sport- und Verkehrsophthalmologie
  • Tropenophthalmologische und reisemedizinische Augenerkrankungen

Fachgebundene genetische Beratung:

  • Grundlagen hereditärer und multifaktorieller Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen
  • Interpretation und Aussagekraft genetischer Untersuchungsergebnisse (Sensitivität, Spezifität, prädiktiver Wert)
  • Methodische, psychosoziale und ethische Aspekte der genetischen Beratung und Diagnostik einschließlich pharmakogenetischer Tests
  • Erkennung fachbezogener genetisch bedingter Krankheitsbilder oder Entwicklungsstörungen
  • Fachgebundene genetische Beratung bei diagnostischer und prädiktiver genetischer Untersuchung

Notfälle:

  • Diagnostik und Therapie augenärztlicher Notfallsituationen
  • Mitbehandlung polytraumatisierter Patienten im interdisziplinären Team

Lider, Tränenwege und Orbita:

  • Diagnostik und konservative Therapie entzündlicher, degenerativer und tumoröser Erkrankungen der Lider, Tränenwege und der Orbita
  • Operative Eingriffe, z. B. plastisch-chirurgische Operationen des Entropiums, des Ektropiums, der Blepharochalasis, des Chalazions, Dehnung und Strikturspaltung der Tränenwege
  • Erste Assistenz bei Enukleationen und komplexen plastisch-rekonstruktiven und ästhetischen Eingriffen an Lidern, Tränenwegen und Orbita

Bindehaut, Hornhaut und Sklera:

  • Diagnostik und konservative Therapie entzündlicher, degenerativer, dystrophischer und tumoröser Erkrankungen der Bindehaut, Hornhaut und Sklera
  • Einfache chirurgische Eingriffe an Bindehaut und Hornhaut, z. B. Fremdkörperentfernung, Wundnaht, Parazentese
  • Erste Assistenz bei komplexen intraokularen Eingriffen an Bindehaut und Hornhaut, z. B. Keratoplastik, Amnionmembrantransplantation

Uvea, Retina und Glaskörper:

  • Diagnostik und konservative Therapie von entzündlichen, degenerativen, dystrophischen und tumorösen Erkrankungen an Uvea, Retina und Glaskörper
  • Laserchirurgische Eingriffe an der Retina
  • Intravitreale operative Medikamenteneinbringungen
  • Erste Assistenz bei Eingriffen an der Netzhaut und am Glaskörper, z. B. Vitrektomie, Amotiooperation

Endokrine Störungen:

  • Diagnostik und Therapie der Augenbeteiligung bei endokrinen Störungen, z. B. endokrine Orbitopathie
  • Untersuchungen der gesamten Netzhaut bei Diabetes mellitus

Strabologische, kinder- und neuro-ophthalmologische Erkrankungen:

  • Ophthalmologische Abklärung von Kopfschmerzen
  • Behandlung der Erkrankungen, Funktionsstörungen und Verletzungen des Sehorgans, der Sehbahn und der Hirnnerven einschließlich deren Komplikationen
  • Behandlung paretischer und nicht paretischer Stellungs- und Bewegungsstörungen der Augen, der okulären Kopfzwangshaltungen und des Nystagmus
  • Behandlung kindlicher Sehschwächen
  • Chirurgische Eingriffe an geraden Augenmuskeln
  • Erste Assistenz bei Augenmuskeloperationen höheren Schwierigkeitsgrades

Tumorerkrankungen:

  • Diagnostik und Therapie der gutartigen und bösartigen Tumoren des Auges, der Lider, der Tränenwege und der Orbita, sowie Augen- und Orbitametastasen anderer Malignome

Prävention und Rehabilitation:

  • Untersuchungen zur Früherkennung, davon
    • Amblyopie
    • Glaukom
    • Makuladegeneration
  • Beratung zu Risikofaktoren für eine Entwicklung von Amblyopie, Glaukom und Makuladegeneration
  • Einleitung von rehabilitativen Maßnahmen bei Sehbehinderten
  • Beratung über und Anpassung von vergrößernden Sehhilfen

Diagnostische Verfahren:

  • Durchführung und Befunderstellung von Untersuchungsverfahren an allen Augenabschnitten, insbesondere
    • Spaltlampenuntersuchung
    • Ophthalmoskopie
    • Augeninnendruckmessung
    • Gonioskopie
    • sonographische Untersuchungen des Auges und seiner Adnexe
    • Biometrien der Achsenlänge des Auges
    • elektrophysiologische Untersuchungen
    • Fluoreszenzangiographie
    • optische Kohärenztomographie und/oder Papillentomographie
    • Hornhautdickenmessung, sonographisch oder optisch
    • Keratometrien oder Hornhauttopografien
    • Hornhautendothelmikroskopie

Optometrie:

  • Optometrische Untersuchungstechniken, insbesondere
    • subjektive und objektive Refraktionsbestimmung bei Erwachsenen und Kindern
    • Skiaskopie bei Kindern im Vorschulalter
    • Bestimmung und Brillenkorrekturen von Refraktionsfehlern
    • Durchführung und Befunderstellung von Untersuchungen verschiedener Funktionen des Sehvermögens, z. B. des Gesichtsfeldes, des Farbsinns mit Anomaloskop und anderen Verfahren, des Kontrast- oder Dämmerungssehens
  • Abgleich von funktionellen Befunden mit den morphologischen Befunden
  • Kontaktlinsenanpassungen und Kontaktlinsenkontrollen

Glaukomerkrankungen:

  • Diagnostik und konservative Therapie von Glaukomen
  • Operative Eingriffe bei Glaukom, z. B. Laser-Iridotomie, Trabekuloplastik, Zyklokryokoagulation, Zyklofotokoagulation
  • Erste Assistenz bei komplexen Eingriffen bei Glaukom, z. B. Trabekulektomie

Linse und refraktive Chirurgie:

  • Diagnostik der Katarakt und anderer Linsenerkrankungen
  • Laserchirurgische Eingriffe am Vorderabschnitt des Auges, z. B. Kapsulotomie
  • Diagnostik und Indikationsstellung für refraktivchirurgische Verfahren
  • Erste Assistenz bei Eingriffen an der Linse und bei refraktiv-chirurgischen Maßnahmen

Ophthalmopathologie:

  • Grundlagen der feingeweblichen Untersuchung des Auges und seiner Anhangsgebilde
  • Abgleich von histopathologischen Befunden mit morphologischen Untersuchungsbefunden
  • Einordnung von histologischen Befunden des Auges und seiner Anhangsgebilde in das Krankheitsbild

Weiterbildungszeit Facharzt Augenheilkunde

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Die Weiterbildungszeiten variieren von Bundesland zu Bundesland. Wir haben Dir hier die Weiterbildungszeiten aller Bundesländer zusammengefasst.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Baden-Württemberg 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Bayern 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Berlin

  • 36 Monate im ambulanten Bereich und
  • 12 Monate bei einem Befugten mit einer auf bis zu 12 Monate beschränkten Befugnis abgeleistet werden.

Innerhalb  der  vorgeschriebenen  Weiterbildungszeit  ist  mindestens  ein  Jahr  unter  der  Leitung von Ärzten abzuleisten, die in vollem Umfang zur Weiterbildung befugt sind

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Brandenburg 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Bremen 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Hamburg 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Hessen 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Mecklenburg-Vorpommern 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Niedersachsen unter Berücksichtigung der Anzahl ambulanter Operationen 36 Monate im ambulaten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Nordrhein-Westfalen (Gebiet Nordrhein) 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Nordrhein-Westfalen (Gebiet Lippe) 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Rheinland-Pfalz 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können im Saarland 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Sachsen 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.
Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Sachsen-Anhalt 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Schleswig-Holstein 48 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Während der 60-monatigen Fachausbildung Augenheilkunde können in Thüringen 36 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Facharzt Augenheilkunde Gehalt 

Das Einstiegsgehalt als Assistenzarzt für Augenheilkunde liegt im ersten Jahr bei 4.600 Euro brutto pro Monat. Dein Assistenzarztgehalt steigt jährlich. Nach 5 Jahren in Deiner Weiterbildung zum Facharzt für Augenheilkunde verdienst Du 5.900 Euro brutto pro Monat.

Das Bruttojahresgehalt eines Facharztes im Bereich Augenheilkunde beträgt bis zu 92.000 Euro.

Das Gehalt als Facharzt für Augenheilkunde ist abhängig von geltenden Tarifverträgen. Die verbreitetsten Tarifverträge sind der TV-Ärzte VKA für kommunale Krankenhäuser und der Tarifvertrag der Unikliniken, TV Ärzte TdL.

In diesen ist die Gehaltsentwicklung fest definiert. Auch einige private Klinikkonzerne wie etwa SRH oder Helios haben bundesweit geltende Tarifverträge.

Außerhalb geltender Tarifverträge verdienen ÄrztInnen unterschiedlicher Erfahrungsstufen und Fachbereiche unterschiedlich viel Gehalt.

Als Vertretungsarzt ist man jedoch generell an keine Tarifverträge gebunden. Hier sind weit höhere Gehältern als in Festanstellung möglich und man hat häufig eine bessere Work-Life-Balance.

Facharztausbildung Augenheilkunde Logbuch

Das Logbuch ist ein verpflichtender Bestandteil der Facharztausbildung – auch für den Facharzt Augenheilkunde.

Wenn alle Inhalte der Weiterbildung durchlaufen wurden, wird das ausgefüllte und unterschriebene Logbuch an die zuständige Ärztekammer geschickt.

Es gibt Aufschluss über alle Inhalte und Kenntnisse, die im Rahmen der Facharztausbildung vermittelt wurden.

Zum Musterlogbuch der Bundesärztekammer geht es hier.

Die Facharztprüfung im Gebiet Augenheilkunde

Für die Anmeldung zur Facharztprüfung Augenheilkunde zum Ende der Assistenzzeit müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die Mindestweiterbildungszeiten
  • alle zu absolvierenden Weiterbildungsinhalte
  • ein vorliegendes Facharztzeugnis

Die ersten zwei Voraussetzungen werden durch das Logbuch dokumentiert.

Mit dem Facharztzeugnis wird durch den ausbildenden Arzt die Facharztreife des Assistenzarztes bescheinigt.

Der ausbildende Arzt bezieht dabei Stellung zu den Fähigkeiten und Kenntnissen aber auch zur fachlichen und persönlichen Eignung des Facharztkandidaten.

Nach der Anmeldung mit allen erforderlichen Dokumenten bei der zuständigen Landesärztekammer erhält der Facharztkandidat einen Prüfungstermin mit Datum, Ort und Uhrzeit der Prüfung.

Die Prüfung dauert zwischen 30 und 45 Minuten und wird von einem Prüfungskomitee von meist drei Ärzten abgenommen. Für die Prüfung bekommt man keine Note. Sie gilt lediglich als „bestanden“ oder „nicht bestanden“.

Nach der bestandenen Prüfung erhält der frisch gebackene Facharzt vom Prüfungsvorsitzenden die Facharzturkunde, das Fachdiplom. Der Arzt ist nun berechtigt, als Vertragsarzt zu arbeiten.

Passt die Weiterbildung wirklich zu mir? 

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Wir haben Dir hier eine Auswahl zu hilfreichen Artikeln zusammengestellt.

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Athanasios Stafylas – Allgemeine & Innere Medizin

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F. R. – Abteilungsleitung Personalwesen

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