Den richtigen Fachbereich wählen

 

Welchen Fachbereich soll ich wählen?

Wir Ärzte haben sehr unterschiedliche Motivationen dafür, Arzt zu sein. Wir möchten Menschen heilen. Allerdings sollte dies nicht zu Lasten unserer eigenen Gesundheit gehen. Dauerhafte Überlastung macht krank. Und führt zudem dazu, dass wir Fehler machen.

Am Ende leiden Patienten und Behandler. Es sollte daher eine zentrale Rolle spielen, dass wir unserer Berufung zufrieden und ausgeglichen nachgehen können und nicht krank davon werden. Neben einer guten Work-Life-Balance spielt hierfür vor allem die Zufriedenheit mit dem eigenen Fachbereich eine zentrale Rolle.

Im Folgenden daher die ersten Schritte und 3 Tipps zum praktischen Vorgehen bei der Entscheidungsfindung.

 

Jeder Arzt hat unterschiedliche Motivatoren

„In welchem Fachbereich möchte ich später als Facharzt arbeiten? Und wie soll ich diese Entscheidung sinnvoll treffen?“

Als junger Assistenzarzt, der nicht zufällig das Glück hat, von Anfang an genau zu wissen „ich gehöre ins Fachgebiet XY und kann dort ein Leben lang glücklich Arzt sein“ bestimmt diese Frage unseren Alltag am Ende und kurz nach dem Studium wie kaum eine andere.

Die Ergebnisse der Studie, die Viantro in Zusammenarbeit mit der Psychologin Annika Lante an der Universität Heidelberg durchgeführt hat, helfen dabei, eine Antwort zu finden:

Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche haben unterschiedlich stark ausgeprägte Wesensmerkmale, die einen positiven oder negativen Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Fachbereich haben können.

Ein plakatives Beispiel: Als Chirurg sollte der intensive Kontakt zu und die intensive Interaktion mit Patienten sowie deren langfristige Betreuung nicht die oberste Priorität sein. Wem die schnelle Sichtbarkeit von Erfolgen wichtig ist, um im Beruf glücklich zu sein, ist hier jedoch sehr gut aufgehoben und wird eher in Fachbereichen wie der Psychiatrie unzufrieden sein.

Statistik: Persönlichkeitsmerkmalen von Ärzten. Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche haben unterschiedliche Motivatoren, Motivationen, berufliche Interesse, und Persönlichkeitseigenschaften.

Der erste Schritt

Für die Zufriedenheit als Arzt ist die eigene Persönlichkeit genau so entscheidend wie die Wahl der richtigen Stelle. Sich bei der Wahl des Fachbereichs der eigenen Prioritäten, Motivatoren, Stärken, Schwächen sowie Glücksfaktoren (unabhängig vom angestrebten Fachbereich) bewusst zu sein, ist für die Zufriedenheit im beruflichen Alltag vor der Wahl des Fachbereiches maßgeblich. Das ist aber keineswegs immer einfach.

Das Studium stellt die entscheidenden Fragen durch den theoretischen Fokus in einem nicht ausreichenden Maß und gibt in den seltensten Fällen eine umfassende Antwort. Die Selbstreflektion erfolgt also erst anhand der Praxis in den ersten Wochen und Monaten des Berufsbeginns als Arzt. Viele Kollegen stellen dann fest, dass sie in einem Fachbereich gelandet sind, der doch nicht optimal zu Ihnen passt.

Optimal wäre es, sich vor dem Unterschreiben eines Arbeitsvertrages intensiver damit zu befassen, welcher Fachbereich zu einem persönlich passt. Zu den eigenen Stärken, den eigenen Leidenschaften. Es ist nicht der letzte Schritt, aber sich einen Zettel und Stift zu nehmen und allein oder mit Freunden Prioritäten, Motivatoren, Stärken, Schwächen sowie Glücksfaktoren aufzuschreiben, ist ein guter erster Schritt. Mögliche Fragen hierfür sind:

– Arbeite ich gerne vorwiegend „im Kopf“ oder besonders gerne handwerklich?

– Habe ich gerne viel Patientenkontakt oder beschränke ich diesen lieber auf das Nötigste?

– Wann und bei was empfinde ich Stress/Zufriedenheit?

– Wie wichtig sind mir (schnell) sichtbare Ergebnisse?

– Wie gehe ich mit Stress um?

– Was motiviert mich auch in stressigen Phasen?

– etc.

Wenn einem hier nicht direkt Aspekte einfallen, ist es hilfreich, sich im Alltag über einen längeren Zeitraum zu beobachten und Notizen zu machen. So kommt bald eine lange Liste zusammen, die einem gut weiterhilft, die eigenen Motivatoren und Prioritäten zu erkennen. Mir hat dies sehr geholfen, um mich für einen Fachbereich und einen Beruf zu entscheiden, den ich dann mit Leidenschaft und Spaß ausüben konnte.

Theorie und Praxis: Wie können diese Erkenntnis in der Praxis weiterhelfen?

Nun hat man eine lange Liste. Ob, wann und wo diese Anhaltspunkte auch im Arztalltag greifen, muss man in der Zeit als Assistenzarzt gründlich überprüfen. Wie geht man dabei vor?

Das kommt ganz darauf an, ob man am Ende des Studiums steht und noch gar nicht weiß, wie man beginnen soll oder ob man bereits ein Fachgebiet gewählt hat und sich nun noch für eine Spezialisierung entscheiden möchte.

1) Die Weiterbildungsordnung nutzen, um sich Zeit für die Entscheidung zu verschaffen

Der Berufsbeginn als Arzt

Nach dem PJ mit dem Wahltertial und dem Studium mit zumindest groben Einblicken in die Praxis und den Famulaturen hat man meist zumindest eine grobe Vorstellung vom idealen Fachbereich. Aber wirklich intensiv setzen sich die wenigsten mit der Fachbereichswahl auseinander. Viele arbeiten zunächst im Bereich des Wahltertials, obwohl sie sich nicht hundertprozentig sicher sind, ob dies der richtige Fachbereich für sie ist.

Ich empfehle deshalb zusätzlich in anderen Fachbereichen zu hospitieren. Wenn man den Kollegen Fragen stellt und deren Alltag begleitet, stellt sich oftmals schnell heraus, ob ein Fachbereich zur eigenen Persönlichkeit und den damit verbundenen Prioritäten passt. Und das eigene Bild und die Vergleichsmöglichkeiten erweitern sich über die Famulaturen und das PJ hinaus.

In der Weiterbildung

Durch den Common Trunk hat man innerhalb eines Fachgebiets die Möglichkeit, sich grob zu orientieren. So erhält man in der Chirurgie oder Inneren eine Basisausbildung, die Einblicke in die Spezialisierungen, wie z.B. die Kardiologie oder die Gastroenterologie erlauben sollte. Ich sage hier bewusst sollte, denn der Berufsalltag sieht häufig anders aus!

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Stelle darauf, dass das Weiterbildungscurriculum strukturiert eingehalten wird und Sie die Möglichkeit bekommen, sich zu orientieren. Überprüfen Sie, ob auch im Arbeitsalltag die identifizierten Motivatoren, die Sie zur Wahl dieses Fachbereiches geführt haben, wirklich bedient werden. Bleiben Sie sich selbst treu. Es wird Ihnen nicht helfen, wenn Sie von Leistungsgedanken getrieben Ihre eigenen Werte verraten, die Sie leben möchten; auch nicht im Berufsalltag.

Man kann sich selbst schlecht belügen. Tut man dies zu lang, wird man unglücklich. Vielleicht treibt Sie auch Ihre Neugierde in eine ganz andere Richtung. In diesem Fall kann eine Hospitation oder ein lukrativer Einsatz als Vertretungsarzt in dem Sie interessierenden Fachbereich eine gute Möglichkeit sein, um die zur Beurteilung notwendigen Eindrücke zu sammeln. Was es auch ist: Folgen Sie Ihrem Herzen.

In vielen Fällen können beim Fachbereichswechsel Weiterbildungsabschnitte angerechnet werden.

Bild: Karriereweg in der Chirurgie | https://www.bdc.de/karrierewege-in-der-chirurgie/

 

2) Umwege zulassen, um langfristig glücklich als Arzt zu werden

Keiner kann Hellsehen. Umwege sind vollkommen in Ordnung. Mehr noch: Sie sind notwendig, um für sich selbst den idealen Weg zu finden.

Auch ich habe Umwege eingeschlagen, um für mich den richtigen Weg zu finden und hier jetzt als zufriedener Arzt diesen Blogpost zu schreiben. In der Facharztausbildung hat man ohne jeden Zweifel schon genug Stress und ist einer hohen emotionalen und körperlichen Belastung ausgesetzt. Sich dann noch selbst Zeitdruck zu machen und eine Wahl zu forcieren, hilft in keinem Fall weiter.

Das belegt auch unsere Studie: 20 % aller Ärzte haben den Fachbereich ein oder mehrmals gewechselt, was man noch immer als zu wenig bezeichnen muss. Von denen, die nie den Fachbereich gewechselt haben, sind nämlich fast genau so viele (nämlich 18,7 %) unzufrieden mit dem von Ihnen gewählten Fachbereich, was bei immer mehr Ärzten dafür sorgt, dass die Unzufriedenheit und die Burnoutrate steigt. Auch gibt es daher immer mehr Ärzte, welche die eigentlich geliebte Berufung ganz aufgeben wollen.

Es empfiehlt sich also auf keinen Fall, einfach mit dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen, nur, um Umwege zu vermeiden.

So setzt man seine Zufriedenheit, seine Motivation als Arzt, seine eigene Gesundheit und noch dazu das Patientenwohl aufs Spiel, das durch überlastete Ärzte nachweislich gefährdet wird. Wir Ärzte müssen lernen, dass es obligat ist, nicht nur an das Wohl des Patienten zu denken, sondern auch an unsere Gesundheit.

Da es das Weiterbildungssystem in Deutschland erlaubt, nach jedem abgeschlossenen Weiterbildungsabschnitt eine Pause einzulegen, hat man viele Möglichkeiten zur Umorientierung. Man kann sich nach einem solchen Abschnitt die Zeit zum Nachdenken nehmen.

Passt der aktuelle Weg noch zu meinen Vorstellungen, wie ich als Arzt arbeiten und leben möchte? Neue Fachbereiche oder Regionen kann man auch in Hospitationen oder lukrativen und befristeten Einsätzen als Vertretungsarzt beleuchten. Nach solchen Einsätzen ist das Konto meist so gut gefüllt, dass man in einem Urlaub die Gedanken und Eindrücke sortieren kann. Hierüber hinaus gibt es zahlreiche Hilfsangebote, die einem helfen, als Arzt den für sich richtigen Weg einzuschlagen.

3) Entlastung nutzen, statt auf sich allein gestellt zu sein

Nicht jedes Problem muss allein bewältigt werden. Durch zahlreiche Angebote speziell für Ärzte kann man sich selbst entlasten. Sei es bei der Definition der eigenen Wünsche und Prioritäten, dem Finden der maßgeschneidert hierzu passenden Stelle in Festanstellung oder als Vertretungsarzt oder bei all den organisatorischen Dingen rund um den Stellenwechsel. Hierfür bietet Viantro, die Karriereplattform von Ärzten für Ärzte, Hilfe. Wir sind Dein Partner auf Augenhöhe. Wir bieten Ihnen eine Rundum-Entlastung und finden mit Ihnen gemeinsam heraus, was Ihre Ziele und Wünsche sind. Und wir finden für Sie genau die Stelle, die am besten zu Ihnen, Ihrer Karriere und Ihrem Leben passt. In Festanstellung oder als Vertretungsarzt.

Über Viantro erhalten Sie Zugriff auf 10. 000 Arztstellen in ganz Deutschland, darunter exklusiv bei uns ausgeschriebene Stellen für jeden Fachbereich.

Unser Team aus medizinischen Experten berät Sie hierzu gerne, klärt Ihre Karrierewünsche detailliert und bewirbt Sie auf alle passenden Stellen. Wir entlasten Sie zudem rundum beim Bewerbungs-, Interview- und Einstellungsprozess sowie der Wohnungs- und Kitasuche.

    1. Kostenloses Profil erstellen
    2. Ihre Prioritäten detailliert klären
    3. Die ideale Stelle für Ihre Zufriedenheit als Arzt erhalten
Viantro Deine Karriereplattform für Deinen Weg als Arzt

Viantro – Die Karriereplattform von Ärzten für Ärzte

#GlücklichArztSein #makedoctorshappy #WohlbefindenAlsArzt

Kim Kernbichler, Arzt sowie Gründer & Geschäftsführer von Viantro

Ihre Viantro-Vorteile

Die  Job- & Karriereplattfrom von Ärzten für Ärzte.

  • Karrieregespräch mit medizinischen Experten
  • Kostenloser professioneller Lebenslauf
  • Zentrale Verwaltung aller Bewerbungsprozesse
  • Rundumentlastung von der Terminkoordination bis zur Wohnungssuche

Ärzte über Viantro

Ich möchte mich bei allen Viantro-Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken. Ich wurde professionell und kompetent beraten und fühlte mich bei jedem Schritt sehr gut bei Viantro aufgehoben. Vielen Dank dafür!

Athanasios Stafylas – Allgemeine & Innere Medizin

Vielen Dank, dass Sie uns hinsichtlich der Unterlagen für Herrn K. sowie bei der Wohnungssuche Ihre Unterstützung anbieten. Auch wir bedanken uns für die super gute und reibungslose Zusammenarbeit. Ich erlebe mit einer anderen Agentur seit einem Jahr das komplette Gegenteil. Da schätze ich doch die Zusammenarbeit mit Profis!

F. R. – Abteilungsleitung Personalwesen

Nachdem ich meine Unterlagen an Viantro gesendet habe, hat das Team alles für mich aufbereitet und mich allen zu meinen Vorgaben und Wünschen passenden Kliniken vorgestellt. Mit meiner neuen Position als Unfallchirurg bin ich sehr zufrieden.

Luca Christiano – Unfallchirurgie

Seit einem halben Jahr arbeite ich dank Viantro als Assistenzärztin für Chirurgie. Vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterschrift waren die persönlichen Ansprechpartner von Viantro immer für mich da.
Ich bin sehr zufrieden und kann Viantro nur allen Ärzten weiterempfehlen.
Danke Viantro für so eine tolle Leistung.

Berline Freeman – Chirurgie

Als frisch approbierter ausländischer Arzt habe ich viele Bewerbungen geschrieben, ohne eine Stelle zu bekommen. Viantro hat ein Krankenhaus gefunden, das genau zu meiner angestrebten Weiterbildung passt und ich wurde direkt dort eingestellt. 
Das Viantro-Team war sehr freundlich und hat mir auch bei der Bürokratie wirklich sehr gut und menschlich weitergeholfen.

Kevin Kuan – Innere Medizin Gastroenterologie

So funktioniert Viantro

Den richtigen Fachbereich wählen

Welchen Fachbereich soll ich wählen?

Wir Ärzte haben sehr unterschiedliche Motivationen dafür, Arzt zu sein. Wir möchten Menschen heilen. Allerdings sollte dies nicht zu Lasten unserer eigenen Gesundheit gehen. Dauerhafte Überlastung macht krank. Und führt zudem dazu, dass wir Fehler machen.

Am Ende leiden Patienten und Behandler. Es sollte daher eine zentrale Rolle spielen, dass wir unserer Berufung zufrieden und ausgeglichen nachgehen können und nicht krank davon werden. Neben einer guten Work-Life-Balance spielt hierfür vor allem die Zufriedenheit mit dem eigenen Fachbereich eine zentrale Rolle.

Im Folgenden daher die ersten Schritte und 3 Tipps zum praktischen Vorgehen bei der Entscheidungsfindung.

Jeder Arzt hat unterschiedliche Motivatoren

„In welchem Fachbereich möchte ich später als Facharzt arbeiten? Und wie soll ich diese Entscheidung sinnvoll treffen?“

Als junger Assistenzarzt, der nicht zufällig das Glück hat, von Anfang an genau zu wissen „ich gehöre ins Fachgebiet XY und kann dort ein Leben lang glücklich Arzt sein“ bestimmt diese Frage unseren Alltag am Ende und kurz nach dem Studium wie kaum eine andere.

Die Ergebnisse der Studie, die Viantro in Zusammenarbeit mit der Psychologin Annika Lante an der Universität Heidelberg durchgeführt hat, helfen dabei, eine Antwort zu finden:

Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche haben unterschiedlich stark ausgeprägte Wesensmerkmale, die einen positiven oder negativen Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem eigenen Fachbereich haben können.

Ein plakatives Beispiel: Als Chirurg sollte der intensive Kontakt zu und die intensive Interaktion mit Patienten sowie deren langfristige Betreuung nicht die oberste Priorität sein. Wem die schnelle Sichtbarkeit von Erfolgen wichtig ist, um im Beruf glücklich zu sein, ist hier jedoch sehr gut aufgehoben und wird eher in Fachbereichen wie der Psychiatrie unzufrieden sein.

Statistik: Persönlichkeitsmerkmalen von Ärzten. Ärzte unterschiedlicher Fachbereiche haben unterschiedliche Motivatoren, Motivationen, berufliche Interesse, und Persönlichkeitseigenschaften.

Der erste Schritt

Für die Zufriedenheit als Arzt ist die eigene Persönlichkeit genau so entscheidend wie die Wahl der richtigen Stelle. Sich bei der Wahl des Fachbereichs der eigenen Prioritäten, Motivatoren, Stärken, Schwächen sowie Glücksfaktoren (unabhängig vom angestrebten Fachbereich) bewusst zu sein, ist für die Zufriedenheit im beruflichen Alltag vor der Wahl des Fachbereiches maßgeblich. Das ist aber keineswegs immer einfach.

Das Studium stellt die entscheidenden Fragen durch den theoretischen Fokus in einem nicht ausreichenden Maß und gibt in den seltensten Fällen eine umfassende Antwort. Die Selbstreflektion erfolgt also erst anhand der Praxis in den ersten Wochen und Monaten des Berufsbeginns als Arzt. Viele Kollegen stellen dann fest, dass sie in einem Fachbereich gelandet sind, der doch nicht optimal zu Ihnen passt.

Optimal wäre es, sich vor dem Unterschreiben eines Arbeitsvertrages intensiver damit zu befassen, welcher Fachbereich zu einem persönlich passt. Zu den eigenen Stärken, den eigenen Leidenschaften. Es ist nicht der letzte Schritt, aber sich einen Zettel und Stift zu nehmen und allein oder mit Freunden Prioritäten, Motivatoren, Stärken, Schwächen sowie Glücksfaktoren aufzuschreiben, ist ein guter erster Schritt. Mögliche Fragen hierfür sind:

– Arbeite ich gerne vorwiegend „im Kopf“ oder besonders gerne handwerklich?

– Habe ich gerne viel Patientenkontakt oder beschränke ich diesen lieber auf das Nötigste?

– Wann und bei was empfinde ich Stress/Zufriedenheit?

– Wie wichtig sind mir (schnell) sichtbare Ergebnisse?

– Wie gehe ich mit Stress um?

– Was motiviert mich auch in stressigen Phasen?

– etc.

Wenn einem hier nicht direkt Aspekte einfallen, ist es hilfreich, sich im Alltag über einen längeren Zeitraum zu beobachten und Notizen zu machen. So kommt bald eine lange Liste zusammen, die einem gut weiterhilft, die eigenen Motivatoren und Prioritäten zu erkennen. Mir hat dies sehr geholfen, um mich für einen Fachbereich und einen Beruf zu entscheiden, den ich dann mit Leidenschaft und Spaß ausüben konnte.

Theorie und Praxis: Wie können diese Erkenntnis in der Praxis weiterhelfen?

Nun hat man eine lange Liste. Ob, wann und wo diese Anhaltspunkte auch im Arztalltag greifen, muss man in der Zeit als Assistenzarzt gründlich überprüfen. Wie geht man dabei vor?

Das kommt ganz darauf an, ob man am Ende des Studiums steht und noch gar nicht weiß, wie man beginnen soll oder ob man bereits ein Fachgebiet gewählt hat und sich nun noch für eine Spezialisierung entscheiden möchte.

1) Die Weiterbildungsordnung nutzen, um sich Zeit für die Entscheidung zu verschaffen

Der Berufsbeginn als Arzt

Nach dem PJ mit dem Wahltertial und dem Studium mit zumindest groben Einblicken in die Praxis und den Famulaturen hat man meist zumindest eine grobe Vorstellung vom idealen Fachbereich. Aber wirklich intensiv setzen sich die wenigsten mit der Fachbereichswahl auseinander. Viele arbeiten zunächst im Bereich des Wahltertials, obwohl sie sich nicht hundertprozentig sicher sind, ob dies der richtige Fachbereich für sie ist.

Ich empfehle deshalb zusätzlich in anderen Fachbereichen zu hospitieren. Wenn man den Kollegen Fragen stellt und deren Alltag begleitet, stellt sich oftmals schnell heraus, ob ein Fachbereich zur eigenen Persönlichkeit und den damit verbundenen Prioritäten passt. Und das eigene Bild und die Vergleichsmöglichkeiten erweitern sich über die Famulaturen und das PJ hinaus.

In der Weiterbildung

Durch den Common Trunk hat man innerhalb eines Fachgebiets die Möglichkeit, sich grob zu orientieren. So erhält man in der Chirurgie oder Inneren eine Basisausbildung, die Einblicke in die Spezialisierungen, wie z.B. die Kardiologie oder die Gastroenterologie erlauben sollte. Ich sage hier bewusst sollte, denn der Berufsalltag sieht häufig anders aus!

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Stelle darauf, dass das Weiterbildungscurriculum strukturiert eingehalten wird und Sie die Möglichkeit bekommen, sich zu orientieren. Überprüfen Sie, ob auch im Arbeitsalltag die identifizierten Motivatoren, die Sie zur Wahl dieses Fachbereiches geführt haben, wirklich bedient werden. Bleiben Sie sich selbst treu. Es wird Ihnen nicht helfen, wenn Sie von Leistungsgedanken getrieben Ihre eigenen Werte verraten, die Sie leben möchten; auch nicht im Berufsalltag.

Man kann sich selbst schlecht belügen. Tut man dies zu lang, wird man unglücklich. Vielleicht treibt Sie auch Ihre Neugierde in eine ganz andere Richtung. In diesem Fall kann eine Hospitation oder ein lukrativer Einsatz als Vertretungsarzt in dem Sie interessierenden Fachbereich eine gute Möglichkeit sein, um die zur Beurteilung notwendigen Eindrücke zu sammeln. Was es auch ist: Folgen Sie Ihrem Herzen.

In vielen Fällen können beim Fachbereichswechsel Weiterbildungsabschnitte angerechnet werden.

Bild: Karriereweg in der Chirurgie | https://www.bdc.de/karrierewege-in-der-chirurgie/

2) Umwege zulassen, um langfristig glücklich als Arzt zu werden

Keiner kann Hellsehen. Umwege sind vollkommen in Ordnung. Mehr noch: Sie sind notwendig, um für sich selbst den idealen Weg zu finden.

Auch ich habe Umwege eingeschlagen, um für mich den richtigen Weg zu finden und hier jetzt als zufriedener Arzt diesen Blogpost zu schreiben. In der Facharztausbildung hat man ohne jeden Zweifel schon genug Stress und ist einer hohen emotionalen und körperlichen Belastung ausgesetzt. Sich dann noch selbst Zeitdruck zu machen und eine Wahl zu forcieren, hilft in keinem Fall weiter.

Das belegt auch unsere Studie: 20 % aller Ärzte haben den Fachbereich ein oder mehrmals gewechselt, was man noch immer als zu wenig bezeichnen muss. Von denen, die nie den Fachbereich gewechselt haben, sind nämlich fast genau so viele (nämlich 18,7 %) unzufrieden mit dem von Ihnen gewählten Fachbereich, was bei immer mehr Ärzten dafür sorgt, dass die Unzufriedenheit und die Burnoutrate steigt. Auch gibt es daher immer mehr Ärzte, welche die eigentlich geliebte Berufung ganz aufgeben wollen.

Es empfiehlt sich also auf keinen Fall, einfach mit dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen, nur, um Umwege zu vermeiden.

So setzt man seine Zufriedenheit, seine Motivation als Arzt, seine eigene Gesundheit und noch dazu das Patientenwohl aufs Spiel, das durch überlastete Ärzte nachweislich gefährdet wird. Wir Ärzte müssen lernen, dass es obligat ist, nicht nur an das Wohl des Patienten zu denken, sondern auch an unsere Gesundheit.

Da es das Weiterbildungssystem in Deutschland erlaubt, nach jedem abgeschlossenen Weiterbildungsabschnitt eine Pause einzulegen, hat man viele Möglichkeiten zur Umorientierung. Man kann sich nach einem solchen Abschnitt die Zeit zum Nachdenken nehmen.

Passt der aktuelle Weg noch zu meinen Vorstellungen, wie ich als Arzt arbeiten und leben möchte?

Neue Fachbereiche oder Regionen kann man auch in Hospitationen oder lukrativen und befristeten Einsätzen als Vertretungsarzt beleuchten. Nach solchen Einsätzen ist das Konto meist so gut gefüllt, dass man in einem Urlaub die Gedanken und Eindrücke sortieren kann. Hierüber hinaus gibt es zahlreiche Hilfsangebote, die einem helfen, als Arzt den für sich richtigen Weg einzuschlagen.

3) Entlastung nutzen, statt auf sich allein gestellt zu sein

Nicht jedes Problem muss allein bewältigt werden. Durch zahlreiche Angebote speziell für Ärzte kann man sich selbst entlasten. Sei es bei der Definition der eigenen Wünsche und Prioritäten, dem Finden der maßgeschneidert hierzu passenden Stelle in Festanstellung oder als Vertretungsarzt oder bei all den organisatorischen Dingen rund um den Stellenwechsel. Hierfür bietet Viantro, die Karriereplattform von Ärzten für Ärzte, Hilfe. Wir sind Ihr Partner auf Augenhöhe. Wir bieten Ihnen eine Rundum-Entlastung und finden mit Ihnen gemeinsam heraus, was Ihre Ziele und Wünsche sind. Und wir finden für Sie genau die Stelle, die am besten zu Ihnen Ihrer Karriere und Ihrem Leben passt. In Festanstellung oder als Vertretungsarzt.

Über Viantro erhalten Sie Zugriff auf 10. 000 Arztstellen in ganz Deutschland, darunter exklusiv bei uns ausgeschriebene Stellen für jeden Fachbereich.

Unser Team aus medizinischen Experten berät Sie hierzu gerne, klärt Ihre Karrierewünsche detailliert und bewirbt Sie auf alle passenden Stellen. Wir entlasten Sie zudem rundum beim Bewerbungs-, Interview- und Einstellungsprozess sowie der Wohnungs- und Kitasuche.

  1. Kostenloses Profil erstellen
  2. Ihre Prioritäten detailliert klären
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Viantro Deine Karriereplattform für Deinen Weg als Arzt

Viantro – Die Karriereplattform von Ärzten für Ärzte

#GlücklichArztSein #makedoctorshappy #WohlbefindenAlsArzt

Kim Kernbichler, Arzt sowie Gründer & Geschäftsführer von Viantro

Ihre Viantro-Vorteile

Die  Job- & Karriereplattfrom von Ärzten für Ärzte.

  • Karrieregespräch mit medizinischen Experten
  • Kostenloser professioneller Lebenslauf
  • Zentrale Verwaltung aller Bewerbungsprozesse
  • Rundumentlastung von der Terminkoordination bis zur Wohnungssuche

Ärzte über Viantro

Ich möchte mich bei allen Viantro-Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken. Ich wurde professionell und kompetent beraten und fühlte mich bei jedem Schritt sehr gut bei Viantro aufgehoben. Vielen Dank dafür!

Athanasios Stafylas – Allgemeine & Innere Medizin

Vielen Dank, dass Sie uns hinsichtlich der Unterlagen für Herrn K. sowie bei der Wohnungssuche Ihre Unterstützung anbieten. Auch wir bedanken uns für die super gute und reibungslose Zusammenarbeit. Ich erlebe mit einer anderen Agentur seit einem Jahr das komplette Gegenteil. Da schätze ich doch die Zusammenarbeit mit Profis!

F. R. – Abteilungsleitung Personalwesen

Nachdem ich meine Unterlagen an Viantro gesendet habe, hat das Team alles für mich aufbereitet und mich allen zu meinen Vorgaben und Wünschen passenden Kliniken vorgestellt. Mit meiner neuen Position als Unfallchirurg bin ich sehr zufrieden.

Luca Christiano – Unfallchirurgie

Seit einem halben Jahr arbeite ich dank Viantro als Assistenzärztin für Chirurgie. Vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterschrift waren die persönlichen Ansprechpartner von Viantro immer für mich da.
Ich bin sehr zufrieden und kann Viantro nur allen Ärzten weiterempfehlen.
Danke Viantro für so eine tolle Leistung.

Berline Freeman – Chirurgie

Als frisch approbierter ausländischer Arzt habe ich viele Bewerbungen geschrieben, ohne eine Stelle zu bekommen. Viantro hat ein Krankenhaus gefunden, das genau zu meiner angestrebten Weiterbildung passt und ich wurde direkt dort eingestellt. 
Das Viantro-Team war sehr freundlich und hat mir auch bei der Bürokratie wirklich sehr gut und menschlich weitergeholfen.

Kevin Kuan – Innere Medizin Gastroenterologie

So funktioniert Viantro