Arzt ist nicht gleich Arzt

Eine Studie zum Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Wahl eines Fachgebietes

Wie viele Ärzte kennen Sie, die zu Beginn ihrer Karriere mit Ihrem Fachgebiet unzufrieden waren und es ein- oder sogar mehrmals gewechselt haben?

Bestimmt gar nicht so wenige, denn Unzufriedenheit mit dem eigenen Fachgebiet und ein damit einhergehender Abbruch der Facharztausbildung ist ein weit verbreitetes Problem unter Assistenzärzten.

Viele junge Ärzte beginnen nach ihrem Studium zunächst eine Facharztausbildung in einem Bereich, in dem sie sich das Arbeiten gut vorstellen könnten, um dann nach einiger Zeit zu merken, dass eine andere Spezialisierung doch besser zu ihnen passen würde.

So sind vor allem bei Assistenzärzten sehr hohe Fluktuationsraten zu beobachten. Die Folgen sind auf vielen Stationen ein Mangel an gut eingearbeiteten Ärzten, dadurch eine höhere Belastung des gesamten Stationspersonals, steigende Unzufriedenheit und daraus resultierend eine schlechtere Patientenversorgung.

Dieser Problematik könnte entgegengewirkt werden, indem jungen Medizinern nach ihrem Studium mehr Hilfestellung bei der Wahl ihres Fachgebiets gegeben wird.

Doch welche Eigenschaften eines Menschen geben Aufschluss darüber, ob er für ein bestimmtes Fachgebiet geeignet ist und dort glücklich werden kann?

Diese Frage haben auch wir uns gestellt und deshalb die Studie Arzt ist nicht gleich Arztkonzipiert und durchgeführt, die genau dieser Fragestellung nachgeht.

Hintergrund der Studie: Unterschiedliche Persönlichkeiten für unterschiedliche Fachgebiete

In mehreren Studien konnte bereits gezeigt werden, dass Ärzte sich hinsichtlich ihrer Persönlichkeit signifikant von der Allgemeinbevölkerung unterscheiden.

Allerdings weist der Arztberuf in Bezug auf Anforderungen und Tätigkeiten kein einheitliches Profil auf, da verschiedene Fachbereiche sich durch unterschiedliche Charakteristika, z.B. hinsichtlich Patientenkontakt, Notfallrate etc., auszeichnen. Dies legt die Vermutung nahe, dass Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten in verschiedenen Fachgebieten zufrieden und erfolgreich sind. Auf dieser Annahme basierte auch die vorgestellte Studie.

Das Ziel der Studie bestand darin, zu überprüfen, inwieweit sich unterschiedlich spezialisierte Ärzte hinsichtlich ihrer Persönlichkeitseigenschaften voneinander unterscheiden. Zudem wurde untersucht, welche Eigenschaften entscheidend sind, um in einem bestimmten Fachgebiet glücklich zu werden.

Vorgehen: Befragung von über 700 Ärzten

Um ein möglichst umfassendes und aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, wurden insgesamt 747 Ärzte (vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt) aus Kliniken in ganz Deutschland befragt. Die Befragung erfolgte mittels eines Online-Fragebogens, der Fragen zur Person, dem Fachgebiet, der Persönlichkeit sowie der beruflichen Zufriedenheit enthielt.

Unter Persönlichkeit wurde hier ein breites Spektrum an Eigenschaften zusammengefasst.

So wurden einerseits die 5 klassischen psychologischen Persönlichkeitseigenschaften – die „Big 5“ – Extraversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Offenheit für Neues erfasst.

Hier erhält man mehr Information über die „Big 5“: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/big-five-persoenlichkeitsfaktoren/2360

Andererseits wurden auch speziell auf Ärzte abgestimmte Aspekte, wie ihre Motivatoren fürs Arztsein (Gründe, warum man den Arztberuf gewählt hat) oder ihre beruflichen Interessen berücksichtigt. Beispiele hierfür sind Fragen wie „Wie wichtig ist Ihnen direkter Patientenkontakt?“ oder „Wie wichtig sind Ihnen Ihre Karrieremöglichkeiten?“.

Alle Fragen waren mit einer 5-stufigen Skala zu beantworten mit Antwortmöglichkeiten von gar nicht wichtig bis hin zu sehr wichtig. Somit konnte für jede Frage ein Wert zwischen 1 und 5 berechnet werden. Anschließend wurden mittels verschiedener statistischer Verfahren die verschiedenen Fachgebietsgruppen miteinander verglichen.

Bei der Analyse wurden neun Fachgebietsgruppen berücksichtigt (Fachgebiete, die durch mindestens 30 Personen vertreten waren): Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Neurologie, Anästhesie, Psychiatrie & Psychosomatik, Radiologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO).

Ergebnisse: Arzt ist nicht gleich Arzt

Ein Item des Fragebogens lautete: „Haben Sie während Ihrer Facharztausbildung ein- oder mehrmals das Fachgebiet gewechselt?“. 20% aller befragten Ärzte gaben an, mindestens einmal das Fachgebiet gewechselt zu haben. Dies verdeutlicht die Problematik der hohen Fluktuationsraten und die damit einhergehenden Folgen für die Kliniken. Alarmierend wird es jedoch vor allem mit Blick auf die Zufriedenheit der Ärzte, die ihren Fachbereich nicht gewechselt haben: 19% aller Ärzte, die ihr Fachgebiet nicht gewechselt haben, geben an, dass sie ihr Fachgebiet nicht erneut wählen würden.

Einer von fünf Ärzten wechselt also mindestens einmal das Fachgebiet, ungefähr die Hälfte aller befragten Ärzte hätte das Fachgebiet jedoch mindestens einmal wechsel sollen, um zufrieden Arzt sein zu können. Gerade mit Blick auf die Zahlen der Ärzte, die aufgrund von Unzufriedenheit und Überlastung ihren Beruf ganz aufgeben möchten, ist dies eine wichtige Erkenntnis.

Fachgebietswechsel Arzt Anzahl

1) Fachgebietsgruppen im Vergleich

Die Ergebnisse der Gruppenvergleiche belegen empirisch: Arzt ist nicht gleich Arzt.

In Bezug auf die „Big 5“ können bei zwei Eigenschaften signifikante Unterschiede beobachtet werden: bei Verträglichkeit, die sich dadurch auszeichnet, dass eine Person immer höflich und zuvorkommend ist und sich für andere einsetzt sowie bei Offenheit für Neues.

Die niedrigsten Verträglichkeits-Werte weisen Chirurgen auf und unterscheiden sich damit signifikant von Internisten, Pädiatern und Psychiatern.

Bei der Variablen Offenheit für Neues haben Psychiater den höchsten Wert und grenzen sich damit signifikant von vier anderen Fachrichtungen ab.

 

Arztpersönlichkeit Korrelation zwischen Verträglichkeit und Fachgebiet

Weitere signifikante Unterschiede zeigen sich bei den Motivatoren und den beruflichen Interessen.

Beispielsweise unterscheiden sich Radiologen mit einem gering ausgeprägten Wunsch nach Patientenkontakt von allen anderen Fachgebieten.

Der Wunsch nach analytischen Herausforderungen im Arbeitsalltag ist vor allem bei Radiologen und Neurologen hoch ausgeprägt.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist zudem, dass es Chirurgen am wichtigsten ist, dass ihre Arbeit unmittelbar sichtbare Erfolge zeigt. Damit unterschieden sie sich signifikant von Gynäkologen, Neurologen, Internisten, Pädiatern und Psychiatern, die alle eine höhere Toleranz aufweisen, wenn es darum geht, ohne unmittelbar sichtbare Erfolge seine Arbeit auszukommen.

 

Mithilfe dieser Informationen lassen sich nun charakteristische Profile der einzelnen Fachärzte erstellen.

Beispielsweise ist der durchschnittliche Psychiater überdurchschnittlich sozial verträglich, hat ein ausgeprägtes Interesse an Neuem und legt wenig Wert auf unmittelbar sichtbare Erfolge seiner Arbeit.

2) Was macht einen Arzt zufrieden

Neben der eben vorgestellten Fragestellung, welche charakteristischen Merkmale verschiedene Fachärzte aufweisen, haben wir im nächsten Schritt noch untersucht, ob es bestimmte Eigenschaften gibt, die sich positiv oder negativ auf die allgemeine Zufriedenheit mit dem Arztberuf auswirken. Erfasst wurde diese mit der Frage, ob man den Beruf des Arztes erneut wählen würde, wenn man sich nochmal entscheiden müsste.

Bei dieser Analyse sind vor allem signifikante Ergebnisse bei den Chirurgen zu beobachten. So zeigt sich, dass eine ausgeprägte Gewissenhaftigkeit und ein starkes Interesse an Neuem sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirken. Wenn ein Chirurg sehr extravertiert ist, d. h. sehr gesellig ist, wirkt sich dies im Schnitt jedoch eher negativ aus. Eine mögliche Ursache hierfür könnte darin liegen, dass in der Chirurgie nicht der direkte Patientenkontakt und Gespräche, sondern primär Operationen im Vordergrund stehen.

In Bezug auf Gynäkologen zeigt sich, dass ein hoher Wunsch nach analytischen Herausforderungen im Arbeitsalltag eher mit einer geringeren beruflichen Zufriedenheit einhergeht, wohingegen sich der Wunsch nach handwerklichen Herausforderungen bzw. handwerkliches Geschick positiv auswirkt.

Anders bei Anästhesisten oder Psychiatern, bei denen sich der Wunsch nach handwerklichen Herausforderungen negativ auf die Zufriedenheit auswirkt, was jedoch aufgrund des Tätigkeitsfeldes auch sehr trivial erscheint.

3) Die „Chirurgen-Persönlichkeit“

Es gibt eine ganze Reihe an Forschung, die sich mit der sogenannten „Chirurgen-Persönlichkeit“ beschäftigt und untersucht, ob sich Chirurgen hinsichtlich ihrer Persönlichkeit von anderen Fachgebieten abgrenzen.

Beispiele hierfür sind:

J. M. Drosdeck et al.: Surgeon and nonsurgeon personalities at different career points

M. Whitaker: The surgical personality: Does it exist?

Die hier vorgestellte Studie kann dies bis zu einem gewissen Grad bestätigen, da bei Chirurgen vermehrt signifikante Unterschiede zu beobachten sind. Dies deutet darauf hin, dass Chirurgen sich vermutlich tatsächlich durch ein charakteristisches Profil aus Persönlichkeitseigenschaften und Interessen auszeichnen. Doch auch die anderen medizinischen Disziplinen zeichnen sich durch charakteristische Aufgaben und Anforderungen aus und sind nicht alle miteinander vergleichbar.

Deshalb ist es wichtig, jedes Fachgebiet für sich zu betrachten.

Ausblick: Noch gezieltere Beratung

Die von uns beauftragte Studie, die an der Universität Heidelberg von der Psychologin Annika Lante durchgeführt wurde, soll uns künftig dabei helfen, Ärzte noch gezielter zur idealen Stelle zu verhelfen.

Wir wollen damit sicherstellen, dass wir Ärzte durch die ideal zu unseren Bedürfnissen und Prioritäten passende Stelle glücklich Arzt sein können. Nur so können wir langfristig gesund und zufrieden unserer Berufung nachgehen. Dies ist zudem unerlässlich für eine gute Patientenversorgung.

Werden Sie Teil von Viantro und arbeiten Sie nur noch in Positionen, die Ihren Bedürfnissen genau entsprechen.

Unser Team aus medizinischen Experten berät Sie hierzu gerne, klärt Ihre Karrierewünsche detailliert mit Ihnen und bewirbt Sie auf alle passenden Stellen. Wir entlasten Sie zudem Rundum beim Bewerbungs-, Interview- und Einstellungsprozess sowie der Wohnungs- und Kitasuche.

    1. Kostenloses Profil erstellen
    2. Ihre Prioritäten detailliert klären
    3. Die ideale Stelle für die eigene Work-Life-Balance erhalten
Viantro Deine Karriereplattform für Deinen Weg als Arzt

Viantro – Die Karriereplattform von Ärzten für Ärzte

#GlücklichArztSein #makedoctorshappy #WohlbefindenAlsArzt

Annika Lante, Psychologin

Deine Viantro-Vorteile

Die  Job- & Karriereplattfrom von Ärzten für Ärzte.

  • Karrieregespräch mit medizinischen Experten
  • Kostenloser professioneller Lebenslauf
  • Zentrale Verwaltung aller Bewerbungsprozesse
  • Rundumentlastung von der Terminkoordination bis zur Wohnungssuche

Ärzte über Viantro

Ich möchte mich bei allen Viantro-Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken. Ich wurde professionell und kompetent beraten und fühlte mich bei jedem Schritt sehr gut bei Viantro aufgehoben. Vielen Dank dafür!

Athanasios Stafylas – Allgemeine & Innere Medizin

Vielen Dank, dass Sie uns hinsichtlich der Unterlagen für Herrn K. sowie bei der Wohnungssuche Ihre Unterstützung anbieten. Auch wir bedanken uns für die super gute und reibungslose Zusammenarbeit. Ich erlebe mit einer anderen Agentur seit einem Jahr das komplette Gegenteil. Da schätze ich doch die Zusammenarbeit mit Profis!

F. R. – Abteilungsleitung Personalwesen

Nachdem ich meine Unterlagen an Viantro gesendet habe, hat das Team alles für mich aufbereitet und mich allen zu meinen Vorgaben und Wünschen passenden Kliniken vorgestellt. Mit meiner neuen Position als Unfallchirurg bin ich sehr zufrieden.

Luca Christiano – Unfallchirurgie

Seit einem halben Jahr arbeite ich dank Viantro als Assistenzärztin für Chirurgie. Vom ersten Kontakt bis zur Vertragsunterschrift waren die persönlichen Ansprechpartner von Viantro immer für mich da.
Ich bin sehr zufrieden und kann Viantro nur allen Ärzten weiterempfehlen.
Danke Viantro für so eine tolle Leistung.

Berline Freeman – Chirurgie

Als frisch approbierter ausländischer Arzt habe ich viele Bewerbungen geschrieben, ohne eine Stelle zu bekommen. Viantro hat ein Krankenhaus gefunden, das genau zu meiner angestrebten Weiterbildung passt und ich wurde direkt dort eingestellt. 
Das Viantro-Team war sehr freundlich und hat mir auch bei der Bürokratie wirklich sehr gut und menschlich weitergeholfen.

Kevin Kuan – Innere Medizin Gastroenterologie

So funktioniert Viantro

 

Arzt ist nicht gleich Arzt

Eine Studie zum Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Wahl eines Fachgebietes

Wie viele Ärzte kennen Sie, die zu Beginn ihrer Karriere mit Ihrem Fachgebiet unzufrieden waren und es ein- oder sogar mehrmals gewechselt haben?

Bestimmt gar nicht so wenige, denn Unzufriedenheit mit dem eigenen Fachgebiet und ein damit einhergehender Abbruch der Facharztausbildung ist ein weit verbreitetes Problem unter Assistenzärzten.

Viele junge Ärzte beginnen nach ihrem Studium zunächst eine Facharztausbildung in einem Bereich, in dem sie sich das Arbeiten gut vorstellen könnten, um dann nach einiger Zeit zu merken, dass eine andere Spezialisierung doch besser zu ihnen passen würde.

So sind vor allem bei Assistenzärzten sehr hohe Fluktuationsraten zu beobachten. Die Folgen sind auf vielen Stationen ein Mangel an gut eingearbeiteten Ärzten, dadurch eine höhere Belastung des gesamten Stationspersonals, steigende Unzufriedenheit und daraus resultierend eine schlechtere Patientenversorgung.

Dieser Problematik könnte entgegengewirkt werden, indem jungen Medizinern nach ihrem Studium mehr Hilfestellung bei der Wahl ihres Fachgebiets gegeben wird.

Doch welche Eigenschaften eines Menschen geben Aufschluss darüber, ob er für ein bestimmtes Fachgebiet geeignet ist und dort glücklich werden kann?

Diese Frage haben auch wir uns gestellt und deshalb die Studie Arzt ist nicht gleich Arztkonzipiert und durchgeführt, die genau dieser Fragestellung nachgeht.

Hintergrund der Studie: Unterschiedliche Persönlichkeiten für unterschiedliche Fachgebiete

In mehreren Studien konnte bereits gezeigt werden, dass Ärzte sich hinsichtlich ihrer Persönlichkeit signifikant von der Allgemeinbevölkerung unterscheiden.

Allerdings weist der Arztberuf in Bezug auf Anforderungen und Tätigkeiten kein einheitliches Profil auf, da verschiedene Fachbereiche sich durch unterschiedliche Charakteristika, z.B. hinsichtlich Patientenkontakt, Notfallrate etc., auszeichnen. Dies legt die Vermutung nahe, dass Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten in verschiedenen Fachgebieten zufrieden und erfolgreich sind. Auf dieser Annahme basierte auch die vorgestellte Studie.

Das Ziel der Studie bestand darin, zu überprüfen, inwieweit sich unterschiedlich spezialisierte Ärzte hinsichtlich ihrer Persönlichkeitseigenschaften voneinander unterscheiden. Zudem wurde untersucht, welche Eigenschaften entscheidend sind, um in einem bestimmten Fachgebiet glücklich zu werden.

Vorgehen: Befragung von über 700 Ärzten

Um ein möglichst umfassendes und aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, wurden insgesamt 747 Ärzte (vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt) aus Kliniken in ganz Deutschland befragt. Die Befragung erfolgte mittels eines Online-Fragebogens, der Fragen zur Person, dem Fachgebiet, der Persönlichkeit sowie der beruflichen Zufriedenheit enthielt.

Unter Persönlichkeit wurde hier ein breites Spektrum an Eigenschaften zusammengefasst.

So wurden einerseits die 5 klassischen psychologischen Persönlichkeitseigenschaften – die „Big 5“ – Extraversion, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Offenheit für Neues erfasst.

Hier erhält man mehr Information über die „Big 5“: https://www.spektrum.de/lexikon/ psychologie/big-five-persoenlichkeitsfaktoren/2360

Andererseits wurden auch speziell auf Ärzte abgestimmte Aspekte, wie ihre Motivatoren fürs Arztsein (Gründe, warum man den Arztberuf gewählt hat) oder ihre beruflichen Interessen berücksichtigt. Beispiele hierfür sind Fragen wie „Wie wichtig ist Ihnen direkter Patientenkontakt?“ oder „Wie wichtig sind Ihnen Ihre Karrieremöglichkeiten?“.

Alle Fragen waren mit einer 5-stufigen Skala zu beantworten mit Antwortmöglichkeiten von gar nicht wichtig bis hin zu sehr wichtig. Somit konnte für jede Frage ein Wert zwischen 1 und 5 berechnet werden. Anschließend wurden mittels verschiedener statistischer Verfahren die verschiedenen Fachgebietsgruppen miteinander verglichen.

Bei der Analyse wurden neun Fachgebietsgruppen berücksichtigt (Fachgebiete, die durch mindestens 30 Personen vertreten waren): Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Neurologie, Anästhesie, Psychiatrie & Psychosomatik, Radiologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO).

Ergebnisse: Arzt ist nicht gleich Arzt

Ein Item des Fragebogens lautete: „Haben Sie während Ihrer Facharztausbildung ein- oder mehrmals das Fachgebiet gewechselt?“. 20% aller befragten Ärzte gaben an, mindestens einmal das Fachgebiet gewechselt zu haben. Dies verdeutlicht die Problematik der hohen Fluktuationsraten und die damit einhergehenden Folgen für die Kliniken. Alarmierend wird es jedoch vor allem mit Blick auf die Zufriedenheit der Ärzte, die ihren Fachbereich nicht gewechselt haben: 19% aller Ärzte, die ihr Fachgebiet nicht gewechselt haben, geben an, dass sie ihr Fachgebiet nicht erneut wählen würden.

Einer von fünf Ärzten wechselt also mindestens einmal das Fachgebiet, ungefähr die Hälfte aller befragten Ärzte hätte das Fachgebiet jedoch mindestens einmal wechsel sollen, um zufrieden Arzt sein zu können. Gerade mit Blick auf die Zahlen der Ärzte, die aufgrund von Unzufriedenheit und Überlastung ihren Beruf ganz aufgeben möchten, ist dies eine wichtige Erkenntnis.

Fachgebietswechsel Arzt Anzahl

1) Fachgebietsgruppen im Vergleich

Die Ergebnisse der Gruppenvergleiche belegen empirisch: Arzt ist nicht gleich Arzt.

In Bezug auf die „Big 5“ können bei zwei Eigenschaften signifikante Unterschiede beobachtet werden: bei Verträglichkeit, die sich dadurch auszeichnet, dass eine Person immer höflich und zuvorkommend ist und sich für andere einsetzt sowie bei Offenheit für Neues.

Die niedrigsten Verträglichkeits-Werte weisen Chirurgen auf und unterscheiden sich damit signifikant von Internisten, Pädiatern und Psychiatern.

Bei der Variablen Offenheit für Neues haben Psychiater den höchsten Wert und grenzen sich damit signifikant von vier anderen Fachrichtungen ab.

 

Arztpersönlichkeit Korrelation zwischen Verträglichkeit und Fachgebiet

Weitere signifikante Unterschiede zeigen sich bei den Motivatoren und den beruflichen Interessen.

Beispielsweise unterscheiden sich Radiologen mit einem gering ausgeprägten Wunsch nach Patientenkontakt von allen anderen Fachgebieten.

Der Wunsch nach analytischen Herausforderungen im Arbeitsalltag ist vor allem bei Radiologen und Neurologen hoch ausgeprägt.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist zudem, dass es Chirurgen am wichtigsten ist, dass ihre Arbeit unmittelbar sichtbare Erfolge zeigt. Damit unterschieden sie sich signifikant von Gynäkologen, Neurologen, Internisten, Pädiatern und Psychiatern, die alle eine höhere Toleranz aufweisen, wenn es darum geht, ohne unmittelbar sichtbare Erfolge seine Arbeit auszukommen.

 

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Beispielsweise ist der durchschnittliche Psychiater überdurchschnittlich sozial verträglich, hat ein ausgeprägtes Interesse an Neuem und legt wenig Wert auf unmittelbar sichtbare Erfolge seiner Arbeit.

2) Was macht einen Arzt zufrieden

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Bei dieser Analyse sind vor allem signifikante Ergebnisse bei den Chirurgen zu beobachten. So zeigt sich, dass eine ausgeprägte Gewissenhaftigkeit und ein starkes Interesse an Neuem sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirken. Wenn ein Chirurg sehr extravertiert ist, d. h. sehr gesellig ist, wirkt sich dies im Schnitt jedoch eher negativ aus. Eine mögliche Ursache hierfür könnte darin liegen, dass in der Chirurgie nicht der direkte Patientenkontakt und Gespräche, sondern primär Operationen im Vordergrund stehen.

In Bezug auf Gynäkologen zeigt sich, dass ein hoher Wunsch nach analytischen Herausforderungen im Arbeitsalltag eher mit einer geringeren beruflichen Zufriedenheit einhergeht, wohingegen sich der Wunsch nach handwerklichen Herausforderungen bzw. handwerkliches Geschick positiv auswirkt.

Anders bei Anästhesisten oder Psychiatern, bei denen sich der Wunsch nach handwerklichen Herausforderungen negativ auf die Zufriedenheit auswirkt, was jedoch aufgrund des Tätigkeitsfeldes auch sehr trivial erscheint.

3) Die „Chirurgen-Persönlichkeit“

Es gibt eine ganze Reihe an Forschung, die sich mit der sogenannten „Chirurgen-Persönlichkeit“ beschäftigt und untersucht, ob sich Chirurgen hinsichtlich ihrer Persönlichkeit von anderen Fachgebieten abgrenzen.

Beispiele hierfür sind:

J. M. Drosdeck et al.: Surgeon and nonsurgeon personalities at different career points

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Die hier vorgestellte Studie kann dies bis zu einem gewissen Grad bestätigen, da bei Chirurgen vermehrt signifikante Unterschiede zu beobachten sind. Dies deutet darauf hin, dass Chirurgen sich vermutlich tatsächlich durch ein charakteristisches Profil aus Persönlichkeitseigenschaften und Interessen auszeichnen. Doch auch die anderen medizinischen Disziplinen zeichnen sich durch charakteristische Aufgaben und Anforderungen aus und sind nicht alle miteinander vergleichbar.

Deshalb ist es wichtig, jedes Fachgebiet für sich zu betrachten.

Ausblick: Noch gezieltere Beratung

Die von uns beauftragte Studie, die an der Universität Heidelberg von der Psychologin Annika Lante durchgeführt wurde, soll uns künftig dabei helfen, Ärzte noch gezielter zur idealen Stelle zu verhelfen.

Wir wollen damit sicherstellen, dass wir Ärzte durch die ideal zu unseren Bedürfnissen und Prioritäten passende Stelle glücklich Arzt sein können. Nur so können wir langfristig gesund und zufrieden unserer Berufung nachgehen. Dies ist zudem unerlässlich für eine gute Patientenversorgung.

Werden Sie Teil von Viantro und arbeiten Sie nur noch in Positionen, die Ihren Bedürfnissen genau entsprechen.

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Ärzte über Viantro

Ich möchte mich bei allen Viantro-Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken. Ich wurde professionell und kompetent beraten und fühlte mich bei jedem Schritt sehr gut bei Viantro aufgehoben. Vielen Dank dafür!

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